Das 1. Semester – ein Résumé

Vor 1,5 Stunden war es endlich soweit: Abgabe der letzten Klausur in diesem Semester. Wenn ich zurückblicke – vor gerade einmal etwas mehr als vier Monaten hatte ich meinen ersten Blog-Artikel gepostet, voller Fragen im Kopf, ganz frisch an der Uni. Was ist seitdem passiert:

  • Anatomie: eine Hauptklausur, ein Referat
  • Physik für Mediziner: drei Teilklausuren
  • Chemie für Mediziner: ein Sicherheitstestat zum sicheren Arbeiten im Labor, zwei Teilklausuren Anorganische Chemie, eine Teilklausur Organische Chemie
  • Biologie für Mediziner: eine Hauptklausur
  • Medizinische Terminologie: fünf schriftliche Testate
  • Integriertes Seminar „Schmerz lass nach!“: eine Klausur
  • Integriertes Seminar „Medizintechnik“: eine Klausur
  • Seminar Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie: ein Referat

Dazu unzählige Vorlesungs-, Seminar- und Praktikumsstunden. Ja gerade am Ende des Semester ging es Schlag auf Schlag und auch der Blick auf die nächsten Semester macht klar, dass es weniger stressige Studiengänge gibt als Medizin. Darüber ist man sich aber im Klaren, wenn man sich entschließt, für diesen Studiengang einzuschreiben. Dafür entschädigt aber das Gefühl, wenn am Ende des Semesters der Stress abfällt und man sich klar wird, was man alles in diesen paar Monaten gelernt hat.

Wie geht es jetzt weiter? Erst einmal steht eine Woche pure Entspannung an, am Sonntag Skifahren in Savognin (die Schneelage verheißt tolles) und dann einen Monat Krankenpflegepraktikum auf der hiesigen Stroke Unit.

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Retter brauchen Platz

… und den bekommen sie leider zu oft nicht. Vor einigen Tagen war in einer Pressemitteilung des örtlichen Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zu lesen, dass es auf der A 8 zu einem Unfall gekommen war. Mehr als 20 Minuten versuchten sich die anrückenden Einsatzkräfte einen Weg durch den kilometerlangen Stau zu bahnen … ohne Erfolg. Erst als Einsatzkräfte teilweise mit einem Polizeihubschrauber über den Stau hinweg zur Einsatzstelle geflogen wurden und der linke Fahrstreifen der gegenüberliegenden Fahrspur gesperrt wurde, um eine Anfahrt der Rettungskräfte zu ermöglichen, konnte den beiden Verletzten geholfen werden.

Nun kam in diesem Fall erschwerend hinzu, dass sich der Unfall im Baustellenbereich ereignet hatte, durch den der Verkehr auf zwei verengten Fahrstreifen hindurchgelenkt wird. Dennoch macht dieses Ereignis wieder einmal klar, von welcher Bedeutung das frühzeitige Bilden einer Rettungsgasse ist.

Jedem Verkehrsteilnehmer sollte inzwischen klar sein, dass einem Einsatzfahrzeug, das Blaulicht und Signalhorn eingeschaltet hat, sofort freie Bahn zu schaffen ist. So besagt es der § 38 der Straßenverkehrsordnung. Einer deutlich geringeren Popularität aber erfreut sich leider der Absatz 2 des § 11. Dieser besagt nämlich, dass, wenn sich der Verkehr auf Autobahnen und „Außerortsstraßen“ staut, Fahrzeuge eine freie Gasse für die Durchfahrt von „Polizei- und Hilfsfahrzeugen“ zu bilden haben, und zwar

1. nicht erst, wenn das Einsatzfahrzeug schon trötend und blinkend im Innenspiegel zu sehen ist, sondern bereits wenn sich der Verkehr beginnt zu stauen,

2. bei zweispurigen Straßen in der Mitte zwischen beiden Fahrstreifen und

3. bei dreispurigen Straßen zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen.

Soweit die Gesetzeslage. Es ist also keine Kulanz den Rettungskräften gegenüber, im Stau „irgendwie“ Platz zu machen, sondern es ist eine Ordnungswidrigkeit, es nicht zu tun.

Wie sieht nun aber leider die Realität aus: Fährt der gemeine Rettungswagen auf ein Stauende zu, lassen sich die unterschiedlichsten und zum Teil haarsträubenden Fahrmanöver beobachten. Autofahrer schalten die Warnblinkanlage ein und bleiben wie vom Schlag getroffen an Ort und Stelle stehen, sie versuchen wie wild den linken Fahrstreifen freizumachen und kreuzen dabei die eigentlich freizuhaltende Rettungsgasse, besonders eigennützige Verkehrsteilnehmer freuen sich, dass ihnen Platz gemacht wird und drängeln sich selbst in der Rettungsgasse nach vorne durch.

Und ist das Rettungsfahrzeug erst einmal vorbeigefahren, wird das mühsam gebildete „Rettungsgässchen“ sogleich wieder geschlossen. Dem ersten Einsatzfahrzeug werden aber mit Sicherheit noch einige weitere folgen und das Spiel beginnt von neuem. Ein einfaches Beispiel: angenommen auf der Autobahn hat sich ein Verkehrsunfall ereignet, zwei Fahrzeuge sind darin verwickelt, eine Person ist eingeklemmt. Dann werden sich innerhalb von einigen Minuten vermutlich mindestens zwei Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, ein Rüstzug der Feuerwehr (bestehend je nach Alarm- und Ausrückeordnung aus drei bis vier Fahrzeugen) und mindestens ein Streifenwagen ihren Weg durch den Stau bahnen müssen. Für jedes dieser Fahrzeuge die Rettungsgasse immer wieder neu zu bilden ist hanebüchen.

Autofahrer sollten deshalb Folgendes beachten:

  • sobald sich der Verkehr beginnt zu stauen: Rettungsgasse bilden
  • dabei genügend Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeug halten
  • wenn das erste Einsatzfahrzeug vorbei ist: die Rettungsgasse nicht wieder schließen, sondern weiterhin Platz lassen

Auf Facebook wurde vor einer Woche das so genannte „Projekt Rettungsgasse“ von einem Mitarbeiter der örtlichen BRK-Gliederung ins Leben gerufen. Innerhalb von sieben Tagen hat dieses Projekt bereits über 18.000 „Gefällt mir“-Angaben bekommen, ein Projekt, dass Verkehrsteilnehmer über die Bedeutung der Rettungsgasse informieren und für das richtige Bilden der freien Fahrspur sensibilisieren will. Meiner Meinung nach eine tolle Idee. Schaut es euch an und verbreitet die Idee weiter. Zum Facebook-Profil des „Projekt Rettungsgasse“ gelangt ihr HIER.

Liebe Grüße,

euer Kittelträger

Zielgerade

Hallo ihr lieben.

Es tut mir leid, dass es hier in letzter Zeit etwas ruhig geworden ist. Das liegt schlicht und einfach daran, dass es momentan auch nichts großartig interessantes zu schreiben gibt. Physik und Chemie (und andere Kleinigkeiten wie Terminologie) sind geschafft und bestanden, jetzt stehen nächste Woche noch Anatomie, Medizintechnik und Biologie an … und dann ist das erste Semester auch schon geschafft (hoffentlich 😉 ).

Wenn die Semesterferien aber erst einmal angefangen haben, kommen auch wieder schönere Dinge, über die ich schreiben kann und außerdem stehen die letzten 36 Tage meines Krankenpflegepraktikums an. Da gibt es dann auch Patientenkontakt und mit Sicherheit den einen oder anderen interessanten Fall zu schildern.

Bis dahin bitte ich euch um etwas Geduld und grüße euch,

euer Kittelträger