Die Vorlesung mit der Maus

Wie der ein oder andere sicher mitbekommen haben wird, hat an den Universitäten die Vorlesungszeit wieder begonnen. Damit bin auch ich in ein neues Semester – das 2. – gestartet und drücke nun seit einer Woche wieder fleißig die Hörsaalbank. Ich bin auch schon wieder voll im Semesteralltag angekommen; in den neuen Fächern Histologie und Physiologie wird der Stoff mächtig durchgepeitscht und in einer Woche steht gleich die erste Klausur des Semesters an: Biochemie I (Stoff aus dem letzten Semester). Höchste Zeit für mich also, mich an dieser Stelle wieder einmal zu Wort zu melden.

Ein kleines Erlebnis aus der heutigen Histo-Vorlesung gibt dazu Anlass genug: Während der Prof. munter über Oberflächenepithelien dozierte, standen plötzlich – scheinbar ohne Grund – einige Kommilitoninnen aus den vordersten Reihen des Hörsaals auf, nahmen ihre Taschen und verdrückten sich in den hinteren Teil des Hörsaals. Langsam wurde es unruhig in den Reihen und nur kurz darauf präsentierte sich der gerade noch unbemerkte Unruhestifter in seiner vollen Größe … oder eher Kleinheit. Eine kleine, braune Maus querte gut sichtbar vor der Tafel den Hörsaal, neugierig verfolgt von unserem Histo-Prof. Sie drehte eine kleine Runde, besuchte noch einmal die Kommilitonen in der ersten Reihe und verschwand nach ihrem Auftritt sogleich wieder durch einen Türschlitz. Woher die Maus gekommen war, weiß keiner – auch wenn es den Hörsaalpfleger mit Sicherheit interessieren würde.

Und so wurde der ganze Hörsaal heute nicht nur Zeuge von sechs Stunden Sachgeschichten (ohne Pause) sondern auch noch von einer kurzen, aber unterhaltsamen Lachgeschichte. Fehlte eigentlich nur noch der Elefant. Der hätte sich aber wahrscheinlich seinen Weg in und wieder aus dem Hörsaal nicht so unauffällig und geräuschlos bahnen können.