Cooper-Test – oder: 12 Minuten Spaßbremse

Wer – wie ich – heute in der Physiologie-Vorlesung an meiner Uni zum Thema „Arbeits-, Sport- und Leistungsphysiologie“ saß, bekam endlich die Bestätigung dafür, welchen Nutzen der Cooper-Test in der Schule – Schrecken vieler Schüler, vor allem der unsportlicheren – zu denen ich glücklicherweise nie gehörte – unzählige 12 qualvolle Minuten (ok, ich übertreibe ein bisschen 😉 ), wirklich hat … kurze Antwort: GAR KEINEN! So zumindest heute die Aussage meines Physio-Profs.

Inhalt des Cooper-Tests ist ja bekanntlich, in der vorgegebenen Zeit von 12 Minuten eine möglichst große Strecke zurückzulegen. Weniger bekannt ist aber, dass der Cooper-Test eigentlich ein Test aus der Sport- und Leistungsmedizin ist und nicht dazu erfunden wurde, Sportnoten zu vergeben, sondern um die Leistungsfähigkeit von Leistungssportler zu messen. Das Problem am Cooper-Test ist nämlich, dass die Testperson – der Sportler – für ein sinnvolles Ergebnis über die 12 Minuten eine konstante Leistung bringen muss. Diese Fähigkeit besitzen aber leider nur einigermaßen Trainierte. Untrainierte neigen entweder dazu, von Anfang an volle Leistung zu geben um dann nach 2 Minuten hechelnd und kurz vor dem Zusammenbrechen (ihr seht, ich neige manchmal etwas zu Übertreibungen) aufzugeben, oder sich bis kurz vor Ende des Tests zu schonen um dann nochmal richtig durchzustarten. Beides ist auf den eigentlichen Sinn des Cooper-Tests bezogen ziemlicher Quatsch.

Ich erinnere mich selber an die Cooper-Tests in meiner Schulzeit und  – das sage ich jetzt als Sohn eines Sportlehrers (Grüße an meinen Papa 😉 ): wirklich Spaß hat mir das nie gemacht, fehlte mir doch das konkrete Ziel vor Augen (z.B. noch 800 Meter bis zum Ziel, dann ist es geschafft). Außerdem war ich tendenziell Sprinter denn Dauerläufer. Jedenfalls wurde ich – und wahrscheinlich viele andere im Hörsaal auch – durch die Aussagen des Profs. bestätigt. Ich zitiere: „Hätte mich das Ministerium mal gefragt, hätte ich denen schon gesagt, dass der Cooper-Test in der Schule keinen Sinn macht. Aber leider hat mich das Ministerium nie gefragt, deshalb müssen Sie auch heute noch in der Schule den Cooper-Test machen.“

3 Gedanken zu „Cooper-Test – oder: 12 Minuten Spaßbremse

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