Die Zelle der Woche – Teil 6: Pneumozyt

Zurzeit beansprucht die Uni ca. 95 % meines Tages. Gestern war wieder einmal Montag. Montag heißt immer von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr Uni. Wenigstens ist gestern der Histo-Kurs ausgefallen, sodass ich zwei Freistunden hatte … die ich allerdings mit Physiologie- und Histo-Nacharbeiten verbracht habe. 12 Stunden Uni ohne Mittagspause – das schlaucht schon ziemlich. Aber allgemein mache ich eigentlich derzeit nicht sehr viel mehr als für die Uni zu arbeiten. Wenn ich – wie heute – nachmittags von der Uni nach Hause komme, ist erst einmal Nacharbeiten und Lernen für die anstehenden Physio- und Histo-Klausuren angesagt. In der Regel geht das dann so bis abends und wenn ich damit fertig bin winkt meistens nur noch das Sofa oder das Bett. Meine Motivation hält sich momentan echt in Grenzen und nur die Aussicht darauf, dass in fast einem Monat für dieses Semester schon wieder alles vorbei ist, macht es einigermaßen aushaltbar. Deshalb muss ich auch ganz ehrlich zugeben, dass ich mich heute Abend schon ziemlich zwingen muss, um noch eine Zelle der Woche zu Papier – bzw. zu Laptop – zu bringen. Ich versuch’s trotzdem mal:

In Teil 6 geht es heute um den Pneumozyten. Wo sich dieser Zelltyp befindet lässt sich aufgrund des Namens wiedereinmal ganz gut erahnen: bei den Pneumozyten handelt es sich um spezialisierte Zellen der Lunge, die die Aufgabe haben, die Lungenbläschen (Alveolen) auszukleiden, weswegen sie auch als Alveolarepithelzellen bezeichnet werden.

Histologischer Schnitt durch das menschliche Lungengewebe (2: Alveolen, 3: Bronchiolen, 4: Blutgefäß) - Bildquelle:  mikroskopie-forum.de

Histologischer Schnitt durch das menschliche Lungengewebe (2: Alveolen, 3: Bronchiolen, 4: Blutgefäß) – Bildquelle: mikroskopie-forum.de

Man unterscheidet zwei Typen von Pneumozyten:

Die Typ-I-Pneumozyten sind relativ groß, flach und postmitotisch, d.h. sie können sich nicht mehr durch Zellteilung vermehren. Sie kleiden rund 95 % der Alveolaroberfläche aus und sind für den Gasaustausch verantwortlich. Das bedeutet, dass sie zusammen mit den Endothelzellen der die Alveolen umgebenden Kapillaren und der dazwischen liegenden Basallamina die s.g. Blut-Luft-Schranke bilden, durch die Sauerstoff aus den Alveolen in das Blut in den Kapillaren und Kohlendioxid in umgekehrte Richtung diffundieren können.

Typ-II-Pneumozyten sind kleiner als ihre Verwandten vom Typ I und nicht flach, sondern kubisch. Sie sind deutlich häufiger als die Zellen vom Typ I, wenngleich sie aber aufgrund ihrer Größe nur 5 % der Alveolaroberfläche ausmachen. Die Typ-I-Pneumozyten dienen als teilungsfähige Vorläuferzellen, aus denen sich zur Defektreparatur neue Typ-I-Pneumozyten differenzieren können. Außerdem produzieren die Typ-II-Zellen das s.g. Surfactant, eine aus Lipiden, Proteinen und Calcium bestehende Flüssigkeit, die die Alveolen auskleidet und so vor dem kollabieren schützt.

Surfactant wird in der fetalen Entwicklung erst ab der 23./24. Schwangerschaftswoche vom ungeborenen Kind produziert, weswegen dieses Zeitpunkt auch die absolute Unterschwelle für lebensfähige Frühgeburten darstellt. Ein Frühgeborenes, das vor dieses Zeitpunkt geboren wird, hat kein Surfactant, weswegen in diesem Fall die Alveolen kollabieren. Eine Gasaustausch in der Lunge ist unmöglich, das Kind stirbt. Bei Frühgeborenen bis zur 34. Schwangerschaftswoche besteht immer noch ein Surfactant-Mangel, der zum s.g. „Atemnotsyndrom des Frühgeborenen“ (IRDS) führen kann. Dieser Mangel lässt sich jedoch häufig durch die Gabe von künstlich hergestelltem oder tierischem Surfactant kompensieren.

– Fortsetzung folgt

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