Es geht wieder los

Hinter mir liegt ein Wochenende, das bis zum Rand mit Zeit für meine Hilfsorganisation gefüllt war. Vom gemeinsamen Ausflug zur „Kameradschaftspflege“ (ja so heißt das wirklich) und danach Sanitätsdienst bei einer Ü30-Party, gestern dann noch einmal Rettung-Fahren. Sechs Einsätze in acht Stunden, der erste bereits eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Dienstbeginn, der letzte zehn Minuten vor Feierabend – Überstunden vorprogrammiert. Es war also gut was los für einen Sonntag.

Einer der gestrigen Einsätze könnte man der Kategorie „Kurioses“ zuordnen. Mit dem Stichwort „bewusstlos“ schickte uns die Leitstelle auf die Autobahn. Die Einsatzmeldung sei über die Polizei gekommen, dort wiederum habe ein Autofahrer angerufen und einen LKW im Baustellenbereich auf der rechten Spur gemeldet, dessen Fahrer bewusstlos über dem Lenkrad hänge. Eine denkbar ungeschickte Kombination, Rettungen aus hohen Fahrzeugen sind immer schwierig und ohne die Feuerwehr meistens nicht zu schaffen. Wenn der Patient dann auch noch bewusstlos oder sogar reanimationspflichtig ist wird die Sache noch verzwickter. Und das alles dann neben dem fließenden Verkehr auf der Autobahn.

Als wir auf die Autobahn auffuhren leuchteten uns schon eine Vielzahl von Bremslichtern entgegen; der auf der rechten Spur stehende LKW hatte wohl schon einen gehörigen Stau produziert. Zehn Minuten durften wir uns also unseren Weg durch die Rettungsgasse bahnen, die zugegebenermaßen hier richtig gut funktionierte. Auf halber Strecke überholte uns eine Streifenwagen der Autobahnpolizei, fuhr vor uns her und räumte uns schon einmal unseren Fahrweg zwischen den Autos frei.

Beim Eintreffen am LKW stellte sich die Situation aber glücklicherweise völlig anders als gemeldet heraus: der LKW hatte einen technischen Defekt uns stand auf der rechten Spur, der leicht verzweifelte Fahrer daneben. Vermutlich hatte ein vorbeifahrender Autofahrer in den LKW geblickt, den Fahrer genau in einem Moment gesehen, in dem er sich über das Lenkrad gebeugt hatte und besorgt die Polizei informiert. Sowohl für den LKW-Fahrer als auch für uns das eindeutig bestmögliche Ende dieses Einsatzes.

Apropos Ende: Die Semesterferien sind inzwischen schon wieder weit fortgeschritten. Heute in zwei Wochen geht das vierte Semester los. Ab heute werde ich wieder einen Teil meines Tages am Schreibtisch verbringen und langsam versuchen mir erneut Biochemie anzueignen. Relativ schnell nach Semesterbeginn steht die zweite Biochemie-Klausur an. Im Gegensatz zur ersten Klausur, in der es viel ums Grundsätze-Verstehen ging (Was sind eigentlich Proteine? Was machen Enzyme? Was ist DNA? usw.) waren vor allem Stoffwechselwege Inhalt der Biochemie-Vorlesung im letzten Semester. Und die gilt es jetzt auswendig zu lernen. Vom Kohlenhydratstoffwechsel mit seinen verschiedenen Auf- und Abbauwegen, dem Citratzyklus und der Atmungskette bis hin zum Stoffwechsel der Fette und der Nukleotide.

Die wirklich tollen Semesterferien neigen sich langsam aber sicher dem Ende entgegen und der Uni-Alltag beginnt wieder. Jetzt kommt aber noch ein großes ABER: Bis es wieder richtig losgeht sind es ja noch zwei Wochen. 😉

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Semesterferien

Ja ich gebe ganz offen zu: Momentan führe ich tatsächlich ein Studentenleben, so wie es sich Nicht-Studenten vorstellen. Keine Lehrveranstaltungen an der Uni, keine Klausuren mehr, das Krankenpflegepraktikum konnte ich ja auch schon nach dem ersten Semester im letzten Frühling abschließen. Außer dass in ein paar Tagen die Anmeldungen für die Kurse im nächsten Semester anstehen, ist die Uni gerade doch ganz weit weg.

Gestern waren Thea und ich das zweite Mal in diesem Jahr Skifahren. Und zwar ein bisschen unfreiwillig nochmal in Davos. Wir hatten eigentlich beim gleichen Reiseunternehmen wie letztes Mal eine Fahrt ins Montafon gebucht, allerdings fiel diese aus, da sich zu wenige Teilnehmer angemeldet hatten. Wir mussten deshalb umbuchen auf die einzige andere Fahrt, die an diesem Tag noch angeboten wurde – nach Davos eben. Und obwohl wir im Januar dort ja schon einmal gewesen waren, war es doch wieder ein wunderschöner Skitag. Bei strahlend blauem Himmel, -10°, sehr viel Schnee – ausgezeichnete Bedingungen und einfach nur toll!

Neidisch?

Dieses Wochenende konnte ich mir außerdem endlich wieder zwei Schichten Rettung schnappen. Die erste heute ist ohne großartige Vorkommnisse zu Ende gegangen. Vier Einsätze in acht Stunden, davon ein Krankentransport. Also wirklich nicht zu stressig. Und das auch noch bei diesem fantastischen Wetter! Das ist definitiv einer der großen Vorteile im Rettungsdienst: Da man sein Geld ja zum großen Teil auf der Straße verdient, verbringt man viel Zeit an der frischen Luft. Und bei aller Arbeit und allem Stress, den dieser Job nicht ganz selten mit sich bringt bleibt in der Regel trotzdem Zeit, bei so einem Wetter den blauen Himmel und die Sonnenstrahlen zu genießen.

Heute Abend bin ich dann noch zum Angrillen eingeladen und morgen geht es nochmal mit der gleichen Schicht wie heute weiter. Das Wetter verspricht wieder genauso toll zu werden wie die letzten beiden Tage und Sonntage sind nicht gerade für ihre hohen Einsatzaufkommen bekannt. Auch wenn man es bekannterweise nicht verschreien soll: Ich freue mich wirklich aufs Arbeiten morgen und genieße die Zeit gerade einfach so wie sie ist, die Arbeit genauso wie die Freizeit.