Silvesterkind

Es ist schon ein paar Jahre her. Es war ein Silvestermorgen, ich hatte Frühschicht-Rettung. Die Uhr im Aufenthaltsraum zeigt Viertel nach Sieben. Gerade waren mein Kollege und ich aus der Fahrzeughalle gekommen, nachdem wir unseren RTW wie jeden Morgen gecheckt hatten. Der Aufenthaltsraum der Rettungswache war in helles Neonlicht getaucht, ansonsten war noch alles dunkel draußen. Die Stadt schlief scheinbar noch. Es lag Schnee und in den Lichtkegeln der Straßenlaternen konnte man Schneeflocken beim Fallen beobachten.

Wir saßen gerade beim Frühstück und die Kaffeemaschine in der Ecke des Raumes surrte leise als der Melder ging. Einsatzalarm, gynäkologischer Notfall ohne Notarzt, Wehen alle 3 bis 5 Minuten war auf dem Display zu lesen. Es ging in eine Gemeinde etwas außerhalb der Stadt, mit Signal etwa 10 Minuten Fahrzeit.

Als wir die Stadtgrenze passiert hatten und an einem Waldrand entlang fuhren verwandelten sich die fallenden Schneeflocken in blau blinkende Punkte, die überall um den RTW herum flogen. Auch die Schneelandschaft flackerte in einem hektisch, blau blinkenden Licht auf. Im RTW war es ruhig (wir waren beide noch etwas müde), im Hintergrund lief leise das Radio und auch im Funk war alles still. Wäre ich nicht damit beschäftigt gewesen, zu verhindern, dass die Räder des RTW auf der rutschigen Straße in Schlingern geraten, hätte man fast einen Hauch von Winterromantik in die Szene, die sich gerade um uns herum abspielte, hinein interpretieren können.

Weniger romantisch aber irgendwie beruhigend klang dann die Stimme des Disponenten im Funk: Der Ersthelfer sei bereits vor Ort, das Kind sei inzwischen auf der Welt.

Als wir am Einsatzort ankamen, öffnete uns der offensichtlich noch etwas aufgeregte, frisch gebackene Papa die Tür. Das kleine Silvesterkind lag bereits abgetrocknet und in Handtücher eingewickelt auf der Brust der Mutter. Nun, das einzig kuriose war, dass es sich bereits unfreiwillig selbst abgenabelt hatte. Kurz nachdem ihr Ehemann den Notruf abgesetzt hatte, hatte die in diesem Moment noch Schwangere das dringende Bedürfnis, noch einmal auf die Toilette zu gehen. Dabei war der Säugling dann als Sturzgeburt aus rund 40 cm Höhe auf den gefliesten Boden gefallen. Außer dass dabei eben die Nabelschnur gerissen war, war der Sturz für das Neugeborene allem Anschein aber nach glimpflich verlaufen.

Wir klemmten daher nur noch die beiden Enden der Nabelschnur ab, untersuchten das Neugeborene auf offensichtliche Verletzungen, brachten Mutter, Kind und Mutterpass in den RTW und fuhren beide zur Sicherheit auf die Wochenstation der Frauenklinik.

Wie so oft haben wir danach nicht mehr erfahren, ob auch nach der Geburt alles gut verlaufen ist und ob dem Kind bei seinem Sturz tatsächlich nichts passiert war. Es sind trotzdem auch diese Erlebnisse, die sich einprägen und an die man manchmal zurückdenkt. Es sind zum Glück nicht nur die spektakulären, schlimmen Einsätze, deren Bilder man nicht mehr vergisst. Manchmal ist es auch nur so etwas gewöhnliches und normales, und eben trotzdem so etwas außergewöhnliches wie eine Geburt an einem dunklen, verschneiten Silvestermorgen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016.

Euer Kittelträger

 

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Suchbegriffe

Es ist immer wieder spannend in den Suchbegriffen zu wühlen, die euch zu diesem Blog geführt haben. Deshalb möchte ich hier mal auf einige wenige eingehen:

blaulichtgeschichten: eine meiner Kategorien, in denen ich über manchmal mehr, manchmal weniger alltägliche Erfahrungen aus dem Rettungsdienst schreibe

kitteltraeger: ja, das bin ich. 😉

korneozyt: abgestorbene Zellen in der obersten Schicht der menschlichen Epidermis, dem Stratum disjunctum

zelle mikroskop: das eine guckt man durch das andere in Histologie an

durchtrittsstellen zwerchfell: Ein etwas umfangreicheres Thema, im Situs-Testat übrigens sehr gern gefragt. Im Zwerchfell gibt es mehrere Öffnungen, durch die verschiedene Strukturen aus der Brusthöhle in die Bauchhöhle oder zurück in die Brusthöhle treten. Wichtige Öffnungen des Zwerchfells mit den durchtretenden Strukturen sind:

  • Hiatus oesophageus: Oesophagus, linker N. phrenicus, Trunci vagales als Fortsetzung der beiden Nn. vagi
  • Foramen venae cavae: V. cava inferior, rechter N. phrenicus
  • Hiatus aorticus: Aorta, Ductus thoracicus
  • Trigonum sternocostale: A. und V. epigastrica superior

nach coopertest zusammenbrechen: ist mir jetzt nie passiert, kann es aber natürlich

mischung dormicum und propofol:  nach eigener Erfahrung beliebte Sedierung bei einer Koloskopie

anatomie klausur durchgefallen: Ist mir glücklicherweise erspart geblieben, kann aber gut mal passieren. Das ist aber beim ersten Mal kein Grund gleich den Teufel an die Wand zu malen oder sein Medizinstudium an den Haken zu hängen, man hat für jede Klausur drei Versuche: den Haupttermin und zwei Wiederholungsklausuren. Allerdings verliert man spätestens bei der zweiten Wiederholungsklausur meistens mindestens ein Semester, in der Vorklinik eher ein Jahr. Bei dreimaligem Nichtbestehen folgt die Exmatrikulation, dann ist das Studium wirklich zu Ende.

keine ablösung nach 12 stunden schicht im rettungsdienst: D zugegebenermaßen ein ziemlicher Mist, noch mehr wenn dann auch noch der Melder geht und der Feierabend in noch weitere Ferne rückt. In meinem Rettungsdienstbereich ist das glücklicherweise ziemlich eindeutig geregelt: Im Krankentransport darf die Leitstelle einen Auftrag, der maximal 15 Minuten über die eigentliche Arbeitszeit hinausgeht, ohne anzufragen schicken. Wird der Auftrag absehbar mehr als 15 Minuten über das Dienstende hinausgehen, muss die Leitstelle das davor mit der Fahrzeugbesatzung abklären. Anders ist die Situation natürlich bei Notfalleinsätzen. Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich glücklicherweise noch nie in der Situation war, dass nach 12 Stunden einfach keine Ablösung kam.

arbeitskreis zukunft brk neustadt aisch: keine Ahnung, was das mit meinem Blog zu tun hat

Was mir gerade im Kopf rumschwirrt

Die zweite Woche im neuen Semester ist auf der Zielgeraden. Das vierte ist es inzwischen – und das besteht ausschließlich aus Biochemie und ein bisschen Physiologie.

Neben fünf Vorlesungsstunden Biochemie findet an ein bis zwei Nachmittagen und Abenden in der Woche das Biochemie-Praktikum und -Seminar statt, was eine relativ umfangreiche Lehrveranstaltung ist. Insgesamt besteht das Praktikum aus neun Versuchstagen, die jeweils von einem Seminar begleitet werden. Jeder BC-Nachmittag beginnt mit einer ca. einstündigen Einführung in das Thema des Versuchstages und einer Vorbesprechung  der anstehenden Versuche. Danach geht es in die Praktikumsräume und dann wird „photometriert“ und „gelelektrophorest“ bis zum Geht-Nicht-Mehr. Sind die Versuche abgeschlossen und hoffentlich die Ergebnise herausgekommen, die im Skript gefordert und vorgesehen sind, geht es wieder zurück in den Seminarraum  – übrigens: es ist ziemlich nervig und zeitraubend, den kompletten Ansatz nochmal neu zu machen, weil man bei der Photometrie im Nachhinein feststellt, dass man vor einer guten Stunde beim Pipettieren Mist gebaut hat. Abgeschlossen wird der Tag dann von einem Abendseminar, in dem die Versuchsergebnisse besprochen und verglichen werden und es noch einmal eine Ladung theoretische Hintergründe zum Versuch gibt. Dann, nach gut 5,5 Stunden Biochemie-Dröhnung, naht das Ziel des Tages: die Unterschrift im Praktikumsskript. Um die zu bekommen muss allerdings noch ein Testat bestanden werden. Wie dieses Testat aussieht ist – wie im Physio-Praktikum auch – den Dozenten überlassen. Manchmal muss ein kurzes schriftliches Testat geschrieben werden, manchmal mündlich Fragen beantwortet werden und selten reicht auch eine aktive Mitarbeit und die bloße Abgabe des Versuchsprotokolls. (Zu den Testaten wäre aber zu sagen: Unser Biochemie-Prof. konnte uns bei der Einführungsveranstaltung zum Praktikum gleich etwas beruhigen: „Testate sind bei Ihnen durch den Präp-Kurs etwas vorbelastet. Da war ein Testat schon etwas, was man nicht im Spazierengehen bestehen konnte. Wir spielen da in eine ganz anderen Liga, das sind eher Testätchen.“) Also alles in allem ist das Biochemie-Praktikum eine manchmal etwas langwierige Angelegenheit, aber doch gut zu machen. Kein Vergleich zum Präp-Kurs im letzten Semester.


Ich schreibe diesen Artikel gerade mühsam auf Theas Netbook, ja genau so einem kleinen, Ladebalken-verliebten PC-Ding ohne DVD-Laufwerk, das den Namen Laptop nicht verdient hat. Der Grund: Mein Laptop, der mir jetzt vier Jahre treue Dienste geleistet hat, ist am Wochenende abgeraucht. Ein kurzer unangenehmer Geruch und dann: schwarzer Bildschirm. Die Analyse der PC-Fachkraft meines Vertrauens ergab, dass sich das Motherboard verabschiedet hatte, Reparaturkosten mindestens 500 €, vielleicht auch 800. Also darf ich nachher viel Geld für einen neuen Laptop ausgeben; zum Glück kam gestern der Steuerbescheid mit einer ordentlichen Rückzahlung.


Und dann wäre da noch dieses aktuelle Unwort: „Lokführerstreik“. Um vorweg etwas zu meiner politischen Einstellung klar zu stellen: Meiner Meinung nach sind Gewerkschaften und alle sonstigen Arbeitsnehmervertretungen sinnvolle Einrichtungen und Streiks ein probates Mittel für Arbeitskämpfe. Aber das, was sich die GDL gerade mit ihrer pauschalen Streikandrohung leistet hat für mich nichts mehr mit einer verhältnismäßigen Durchsetzung der Arbeitnehmerinteressen zu tun. Anscheinend möchte hier ein einzelner GDL-Funktionär, Claus Weselsky, der Ober-Babo der Lokführer, seinen Machtgelüsten nachkommen – mit der Folge, dass der Arbeitskampf der GDL andauernd zum Zur-Arbeit-Kommen-Kampf für die tausenden anderen Arbeitnehmer wird, die jeden Tag versuchen mit der Bahn zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. Mal ganz ehrlich: Ärzte und Pflegepersonal dürfen zum Beispiel nur außerhalb ihrer Arbeitszeit streiken, weil ein Ausstand des medizinischen Personals in Krankenhäusern den Patienten verständlicherweise nicht zuzumuten ist. Entschuldigt bitte meine Deutlichkeit, aber das musste ich loswerden.

Als verrückt abgestempelt?

Mit zunehmendem Unwohlsein und Unverständnis habe ich in den letzten Tagen die Artikel über die angebliche Depression des Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine gelesen. Vom „Todes-“ oder „Amok-Piloten“ ist da die Rede, öffentlich wird die Frage danach gestellt „wie so jemand überhaupt ein Flugzeug fliegen darf“.

Die Frage nach der Flugtauglichkeit des Co-Piloten hat in den Medien eine Diskussion um die Vereinbarkeit psychischer Erkrankungen mit dem Beruf ausgelöst, in der meiner Meinung nach aber mit Argumenten gestritten wird, die teilweise abseits jeglicher Sachlichkeit sind. Ich vermute das liegt daran, dass psychische Erkrankungen immer noch zu sehr ein Tabu-Thema sind. Psychisch Kranke werden nach wie vor häufig einfach als „verrückt“ abgestempelt, die am besten in einer geschlossenen Anstalt weggesperrt gehören. Eine Gefahr für ihre Mitmenschen. Und das vermutlich weil über die Entstehung solcher Krankheiten noch sehr wenig bekannt ist und das was man weiß sich nicht oder nur spärlich in der Bevölkerung verbreitet. Was der Mensch nicht kennt, das macht ihm Angst.

Und das obwohl psychische Erkrankungen in unserer Gesellschaft weitaus verbreiteter sind, als man zunächst vermutet. Jeder dritte Erwachsene leidet angeblich mindestens einmal im Jahr an Symptomen einer psychischen Erkrankung, wie Ängsten, Niedergeschlagenheit oder Panikattacken. Rund 14 % der insgesamt in der Bundesrepublik registrierten jährlichen Arbeitsunfähigkeitstage haben psychische Störungen als Ursache.

Was fehlt ist scheinbar das breite Verständnis dafür, dass psychische Störungen kein Problem von „Verrückten“ oder „Weicheiern“ ist, sondern Krankheiten, die ernst genommen werden müssen und häufig zwar nicht endgültig heilbar, aber dennoch behandelbar sind. Jedoch braucht der Betroffene in erster Linie die Kraft und den Rückhalt in seinem Umfeld, sich diese Erkrankung einzugestehen und sich professionelle Hilfe zu holen, eben nicht nur einfach „verrückt“ zu sein. Dem Vertrauen zwischen Arzt, Psychotherapeut und Patient, dass nötig ist, damit sich der Betroffene auf eine in der Regel langwierige und alles andere als einfach Therapie einlässt, würde meiner Meinung nach durch eine „Meldepflicht für psychische Erkrankungen“, wie sie jetzt inzwischen von manchen Medien gefordert wird, nachhaltig gestört werden und würde dazu führen, dass noch mehr Betroffene ihre psychischen Probleme zu verstecken versuchen um nicht aus dem Raster zu fallen, um eben nicht anders als die Anderen zu sein.

Im Fall von 4U9525 hatte nach den aktuellen Erkenntnissen der Co-Pilot bereits 2009 die Lufthansa über eine schwere depressive Episode informiert, die aber wohl zu diesem Zeitpunkt bereits wieder abgeklungen war. Wenn die Folge der momentan laufenden Diskussion ist, dass alle Betroffenen, die unter einer Depression leiden pauschal als gemeingefährlich oder als „tickende Zeitbombe“ über einen Kamm geschoren werden, dann denke ich dass dies ein Schritt in die absolut falsche Richtung ist und zu allem anderen als zu zunehmendem Verständnis und Offenheit gegenüber psychischen Erkrankungen führen wird.

Stöckchen 4

Jetzt hat mich auch meine Freundin mit einem Stöckchen beschmissen. Da kann ich ja gar nicht anders, als die elf Fragen zu beantworten, nicht dass sie mich noch mit anderen Sachen beschmeißt. 😉

1. Wo kamst du her, als du das letzte Mal aus dem Fernzug gestiegen bist?
Aus Hamburg, nachdem ich die tollsten zwei Wochen des Jahres mit Thea in London, Berlin und Hamburg verbracht hatte.

2. Auto, Öffis – oder doch eher das Radl?
Nach Möglichkeit Öffis – zur Uni, in die Stadt. Nur wenn’s gar nicht anders geht Auto. Tja und Fahrrad: Das ist in letzter Zeit leider viel zu kurz gekommen.

3. Wie sähe für dich persönlich in deiner Branche dein Traumjob aus?
Erstmal muss ich mein Studium schaffen. Dafür brauche ich noch etwas weniger als fünf Jahre, wenn alles gut läuft … diese Mediziner. Und dann wäre es mein Traum möglichst schnell meinen Notarztschein zu machen. Aber das ist noch soooooo lange hin.

4. Was machst du morgens als allererstes?
Wenn Thea wegen Frühdienst vor mir aufsteht: ihr einen Kuss geben und mich nochmal umdrehen und weiterschlafen. Wenn nicht: Anziehen, Frühstücken, frisch machen, zur Uni fahren.

5. Beschreibe dich mit 4 Wörtern.
– Schreibtischtäter (Anatomie sei dank)
– Rettungssanitäter (hat auch was mit Täter zu tun 😉 )
– Milchvernichtungsmaschine
– Kopfmensch

6. Was magst du an liebsten an dir?
Meinen anscheinend sehr aktiven Stoffwechsel … Essen was man will ohne zuzunehmen.

7. Warum bloggst du? Gab es einen konkreten Anlass zum Start?
Der Anlass war der Start meines Medizinstudiums. Seit dem blogge über alles mögliche, was ich so als Student und Rettungsdienstler erlebt. An der Uni und außerhalb.

8. Bier, Wein, nur Klarer – oder vielleicht gar nichts? Was ist dein Favorit?
Bier geht gar nicht. Ich glaube ich habe da ein kleines Kindheitstrauma: im zarten Kindergartenalter das eigene Glas Apfelschorle mit dem Bierglas meines Opas verwechseln … nicht gut. Wein nur in sehr geringen Mengen. Liköre, Longdrinks und Cocktails schmecken da schon besser.

9. Wie sehen deine familientenchnischen Zukunftspläne aus? Klassisch mit Ehepartner, Kind & Haus? Oder eher Alternativ?
Und das fragt mich meine Freundin. 🙂 Ich glaub das weißt du.

10. Was hast du an Sylvester vor?
Feiern. Wie, wo und mit wem weiß ich noch nicht.

11. Und passend zu 10. – gibt es jetzt schon Vorsätze? Wenn ja, welche?
Weniger oft den Teufel an die Wand malen … und den Präp-Kurs bestehen.

Stöckchen 3

Klock. So klingt es, wenn Holz auf Holz trifft. In diesem Fall Stöckchen auf Holzkopf. 😉 Kiki (Endlich Medizin!) hat mir ein weiteres davon zugeworfen, und fangen ist scheinbar nicht gerade meins … Spaß. Gerne beantworte ich die elf Fragen.

1. Warum willst du Medizin studieren?
Weil es meiner Meinung nach nichts spannenderes gibt, als zu Lernen wie der Mensch funktioniert und vor allem was passiert, wenn er nicht mehr richtig funktioniert bzw. was in diesem Fall getan werden kann um ihm zu helfen. Und auch wann ihm nicht mehr geholfen werden kann.

2. Wann glaubst du, einen Studienplatz ergattern zu können? Für diejenigen die einen Platz haben: Seit wann hast du einen?
Ich darf mich glücklich schätzen, ich habe bereits einen und studiere inzwischen im 3. Semester. Das heißt ich habe meinen Studienplatz jetzt seit September/Oktober 2013.

3. An welchem Ort würdest du am liebsten studieren?
Ich studiere bereits. Und zwar genau an der Uni, die ich mir auch gewünscht hatte, bzw. als erste Ortspräferenz angegeben hatte.

4. Lieber möglichst weit von den Eltern weg studieren, oder am besten gar nicht dafür ausziehen müssen? (Oder irgendwas dazwischen?)
Ich studiere in meiner Heimatstadt, bin aber inzwischen dennoch zuhause aus und mit meiner Freundin zusammengezogen.

5. Schwebt dir bereits eine bestimmte Fachrichtung vor?
Ja. Anästhesiologie und Notfallmedizin. Mein Traum: irgendwann einmal Notarzt auf einem Rettungshubschrauber. Allerdings habe ich ja noch etwas weniger als fünf Jahr Studium vor mir und in dieser Zeit kann noch so viel passieren.

6. Was soll dein künftiger Arbeitgeber dir bieten, damit du dich dort bewerben würdest?
Ehrlich gesagt habe ich mir darüber noch nicht so viele Gedanken gemacht. Wie gesagt: Ich habe ja noch fast fünf Jahre Studium vor mir. Das Krankenhaus sollte allerdings ein einigermaßen durchschaubares und faires Schichtmodell, gute Weiterbildungsmöglichkeiten und einen Anschluss an ein Notarztsystem haben.

7. Wie denkst du über das Pflegepraktikum im Medizinstudium: verkürzen, verlängern oder genau richtig?
Grundsätzlich finde ich das Pflegepraktikum eine durchaus sinnvolle Sache, da es zum einen für viele oder sogar die meisten Medizinstudenten die erste Möglichkeit ist, einen Einblick in den Klinikalltag zu bekommen. Außerdem sollte jeder, der einmal Arzt werden will, auch die zweite Berufsgruppe im Krankenhaus – die Pflege – kennen lernen. Allerdings können drei Monate schon sehr lang werden, wenn man auf einer Station landet, die nicht wirklich Lust auf Pflegepraktikanten hat. Ich hatte das Glück, dass mir wegen meines FSJ im Voraus schon zwei Monate angerechnet wurden und ich nur noch einen Monat ableisten musste. Aber ich finde drei Monate trotzdem zu lang, zwei würden meiner Meinung nach auch ausreichen.

8. Hast du ein Lieblingsfach im Medizinstudium, auf das du dich schon freust/worüber du dich gefreut hast?
Da ich ja rettungsdienstlich vorbelastet bin freue ich mich natürlich auf Notfallmedizin.

9. Und ein Hassfach?
Ganz klar: Histo!

10. Was stellst du dir unter „nervophil“ vor?
Wahrscheinlich jemand der wie vernarrt in Neuroanatomie ist. Damit bin ich dann eher nicht nervophil. 😉 Auf die Auflösung dieser Wortschöpfung wäre ich allerdings auch gespannt

11. Und was willst du noch loswerden?
Meine Erkältung. Und: Ich bereue die Entscheidung, Medizin studieren zu wollen nicht und würde es jederzeit wieder tun. Auch wenn es zurzeit (Präp-Kurs etc.) wirklich anstrengend ist.

Ich bin jetzt einfach mal so frei und schreibe noch keine elf neuen Fragen – UNERHÖRT, REVOLUTION … Ich muss nämlich jetzt mal zum Baumarkt. In der neuen Wohnung fehlen noch so ein paar größere Kleinigkeiten.

Stöckchen 2

Gefangen! Vielen Dank Kolibrikind für das Stöckchen. Ich nehme es sehr gerne auf und beantworte brav die 11 Fragen.

1. Hat dein Auto/Motorrad/Fahrrad/beliebigesFortbewegungsmittel einen Namen? Wenn ja: welchen?
Mein Roller. Der heißt Horst.

2. Haus mit Garten oder doch lieber Innenstadtwohnung?
Momentan Stadtrandwohnung, später mal gern Haus mit Garten. Innenstadtwohnung ist mir glaub zu laut und zu wuselig… und momentan eh zu teuer.

3. Was ist dein Lieblingsbuch und warum?
Zurzeit die Duale Reihe Anatomie 🙂 Zumindest ist das das Buch, welches ich momentan am häufigsten in der Hand habe.

4. Rock oder Popmusik? Oder doch was ganz Anderes?
Meistens das, was so im Radio läuft.

5. Findest du es erstrebenswert reich zu sein und warum?
Nein, nicht unbedingt reich zu sein. Aber zumindest genug Geld zu haben, um sich über seinen Lebensunterhalt keine Sorgen machen zu müssen. Getreu dem Motto: „Geld macht nicht glücklich, keins aber auch nicht.“

6. Licht am Ende des Tunnels oder ewiges Nichts?
Jetzt wird religiös … puh … ich denke schon, dass danach was kommt. Aber was? Keine Ahnung.

7. Du gewinnst im Lotto und müsstest nicht mehr arbeiten. Ruhestand, Teilzeit oder weiter komplett arbeiten?
Wahrscheinlich ganz normal weiterarbeiten, höchstens Teilzeit. Aber Ruhestand ganz sicher nicht. Was soll ich denn dann den ganzen Tag machen?

8. Bewahrst du immer stoisch die Ruhe, oder kann man dich auch mal aus dem Tritt bringen?
Ganz sicher kann man mich aus dem Tritt bringen. Besonders wenn ich gestresst bin.

9. Wie stehst du zu einer Helmpflicht für Radfahrer? Trägst du selber Helm?
In der Regel fahr‘ ich Öffis. Aber für kurze Strecken (z.B. mal schnell zu Lidl um die Ecke) bin ich in der Regel zu faul, einen Helm aufzusetzen. Für längere Radtouren auf jeden Fall. Aber Helmpflicht? Ich finde, jeder ist in diesem Fall für seine Sicherheit selbst verantwortlich.

10. Der Familie zu Liebe die Arbeit einschränken oder lieber Karriere?
Ich denke später als Assistenzarzt wird mir diese Entscheidung eh abgenommen. Aber Familie wird mir später schon auch wichtig sein. Bloß müssen halt irgendwie die Finanzen stimmen … (s. Frage 5).

11. Ist ein Geschwindigkeitslimit auf Autobahnen sinnvoll?
Ein generelles? Nein. Aber eine striktere Durchsetzung der jetzigen Regelungen (Geschwindigkeitslimits dort wo es sie gibt, Abstand zum Vorausfahrenden, Rettungsgasse etc.). Und eine schärfere Ahndung von Wiederholungstätern (Rasern, Dränglern usw.).

Hat ein bisschen gedauert bis ich elf Fragen zusammen hatte, aber hier sind meine. Viel Spaß damit. Aufgrund der Jahreszeit schön langsam etwas weihnachtlich angehaucht. 😉 Aber nicht nur.

1. Bist du schon in Weihnachtsstimmung?
2. Freust du dich auf die Adventszeit und auf Weihnachten?
3. Schmuck am Weihnachtsbaum: rot-gold oder blau-silber?
4. Weihnachten bei dir: ganz klassisch mit Gottesdienst und Bescherung oder doch irgendwie alternativ?
5. Das schönste Weihnachtsgeschenk, dass du je geschenkt bekommen hast?
6. … und das schlimmste? (Du musst nicht verraten von wem 😉 )
7. Bist du zufrieden mit deiner aktuellen beruflichen, schulischen oder universitären Situation? Würdest du den gleichen Weg wieder wählen?
8. Siehst du gerade einen riesen Berg an Arbeit oder ein großes Problem vor dir?
9. Der Klassiker: Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen? Und warum?
10. Was ist dein Lieblingsreiseziel? Warst du dort schon einmal oder ist es dein Wunsch, dort einmal hinzureisen?
11. Fußball, Golf oder Couch-Potatoe? Oder was ganz anderes?

Ich werfe mein Stöckchen an (tut euch mein Fangen bitte nicht weh):

Kolibrikind (willmalarztwerden) – als Boomerang quasi
Kiki (Endlich Medizin!)
Thea (Mein Leben als solches)
Leander (Graue Wandzeitung)
Theresa (Ein Sommer in den USA – Krankenpflege im E. R. und mehr …)

Wer sonst noch Lust hat, das Stöckchen aufzunehmen ist herzlich dazu eingeladen. Beantwortet die Fragen einfach auf eurem eigenen Blog oder schreibt die Antworten unten als Kommentar zu diesem Artikel.

Viel Spaß. Ich freue mich auf eure Antworten,

euer Kittelträger.

 

Laternenfest – Political correctness und so …

Vor vielen Jahren (wenn ich so darüber nachdenke sind es wirklich schon ziemlich viele), als der Kittelträger noch sehr klein war und auch noch längst keinen Kittel trug, feierte er im Kindergarten des Ortes, wo er aufgewachsen ist, immer St. Martin, das christliche Fest, an dem Martin von Tours gedacht wird, der ja bekanntlich als Soldat seinen Mantel mit dem Schwert teilte und eine Hälfte einem unbekleideten, frierenden Bettler überließ. In den Tagen vor St. Martin hatten wir Kinder immer Laternen (mit Teelichtern drin, nicht mit LEDs) gebastelt und an St. Martin gab es dann vor der Kirche ein kleines Schauspiel mit dem Heiligen Martin auf dem Pferd (einem echten wohlgemerkt), der seinen Umhang für den Bettler teilte. Danach zogen alle Kindergartenkinder mit ihren Laternen durch das Dorf und am Ende gab es am Gemeindehaus Lebkuchen, Glühwein für die Erwachsenen und Punsch für die Kinder. St. Martin war für mich eigentlich immer der Tag, ab dem ich mich schön langsam begann auf die Weihnachtszeit zu freuen, aber dem es Lebkuchen zuhause gab …

Wenn ich wie gerade eben von der Uni nach Hause komme, laufe ich auf dem Weg von der Straßenbahnhaltestelle zur Wohnung immer an einer KiTa vorbei. Und an dieser KiTa hängen gerade Flyer mit dem Hinweis das heute dort „Laternenfest“ gefeiert wird. Wo ist der arme St. Martin denn geblieben? Kein Soldat mehr auf dem Pferd mit einem echten Schwert? Keine Feuerwehr, die den Umzugsweg für die Kindergartenkinder sperren.

Noch mehr verwundert oder schon fast betroffen gemacht hat mich neulich, als ich erfuhr, dass in Berlin, wo meine kleine Nichte (im übrigen die tollste und süßeste Nichte der Welt – nur mal so, nebenbei) in die KiTa geht das „Lichterfest“ gefeiert wird und es am Abend einen „Laternenumzug“ gibt. Auch hier: weit und breit kein St. Martin. Auch in den Tagen vor dem „Lichterfest“ wird die Geschichte, auf dem der alte christliche Brauch des Martinstages beruht nicht einmal ansatzweise thematisiert. Und noch schlimmer: Auch Weihnachten selbst ist dort in der KiTa kein Thema. Es gibt Plätzchen und kleine Geschenke, ja. Aber warum? Ist unwichtig. Vermutlich da es sich um einen christliches Fest handelt und das ja dann eine Diskriminierung der Kinder aus anderen Religionen wäre. Da schlägt sie scheinbar wieder zu: die political correctness. Über die p.c. liest man, dass dadurch „Ausdrücke und Handlungen vermieden werden sollten, die Gruppen von Menschen kränken oder beleidigen können (etwa bezogen auf Geschlecht oder Rasse).“ Grundsätzlich absolut sinnvoll, wie ich finde. Aber wo genau liegt die Kränkung oder Beleidigung in Festen wie St. Martin oder Weihnachten?

Wie ich über einen ehemaligen Kollegen von der Rettungswache erfahren habe, der gebürtig aus den USA kommt, hat es Coca Cola inzwischen geschafft, einem großen Teil der Bevölkerung einzubläuen, Weihnachten sei der Geburtstag von Santa Claus, dieses vom Getränkekonzern selbst geschaffenen, adipösen Nikolaus-Verschnitts.

Mal schauen, wie lange es noch dauert, bis bei aller gebotenen political correctness diese Ansicht sich auch bei uns verbreitet.

Pachelbels Kanon

Ich bin heute morgen nach dem Aufstehen über Kolibrikind auf diesen Artikel von Josephine im Chaos gestoßen. Nachdem ich ihn gelesen hatte musste ich mir ehrlich gesagt die ersten Tränen des noch frühen Tages aus dem Augenwinkel wischen. Bitte lest euch die Geschichte auch durch. Danke, Josephine, für diesen tief berührenden Einstieg in den Tag.