Schriftliches Physikum – Check!

Es ist das Wochenende nach dem schriftlichen Physikum und nachdem ich die letzten Tage ein bisschen unterwegs war, um einfach mal wieder meine Freizeit zu genießen, möchte ich euch doch noch von meinen Erlebnissen am Dienstag und Mittwoch erzählen.

Tag 1:

Eigentlich hatte ich in der Nacht vor dem ersten Prüfungstag erstaunlich gut geschlafen und war ausgeschlafen, als der Wecker klingelte. Schnell einen Happen gefrühstückt – sonderlich viel Hunger hatte ich am Dienstagmorgen nicht – und dann ging es schon los. Thea fuhr mich netterweise zur Prüfungshalle, wo schon einige meiner Kommilitonen wie bestellt und nicht abgeholt rumstanden und sich etwas angespannt unterhielten. Im Foyer der Halle dann Jacke und Rucksack abgelegt – um 8:30 Uhr war Einlass – und nach der Ausweis- und Zulassungsbescheid-Kontrolle ging es dann in den Prüfungssaal.

Im Großen Saal der Halle waren dann die rund 300 Plätze fein säuberlich vorbereitet, auf jedem Tisch lag eine Karte mit der Sitzplatznummer, eine Schreibunterlage mit dem Logo des Landesprüfungsamtes und der Antwortbogen. Vorne auf der Bühne saßen die zwei Prüfungsverantwortlichen und an den Längsseiten des Saals nochmal ungefähr 20 Aufsichtspersonen.

Eigentlich steht in den offiziellen Hinweisen zur Prüfung, dass sofort nach Betreten des Prüfungssaals der jeweilige Sitzplatz einzunehmen ist, darauf wurde aber zum Glück eher wenig Wert gelegt, sodass wir bis kurz vor 9 Uhr noch ein bisschen durch den Saal laufen und uns unterhalten konnten.

Bis wird dann einige Minuten vor Prüfungsbeginn „ganz herzlich zum ersten Tag des schriftlichen Teils des Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung“ begrüßt wurden und gebeten wurden unsere Plätze einzunehmen. Bevor die Prüfung nun losgehen durfte folgten noch Hinweise zur Prüfung und die offizielle Belehrung („Die Prüfungszeit beträgt 4 Stunden und 0 Minuten, es sind 160 Fragen zu beantworten. Die gewählte Antwortmöglichkeit ist mit einem kräftigen Bleistiftstrich zu markieren. Hilfsmittel jeglicher Art sind nicht zugelassen. Wenn Sie während der Prüfung auf die Toilette müssen … bla, bla, bla“).

Um kurz nach 9 Uhr wurden dann die immerhin stattliche 63 Seiten langen Fragenhefte ausgeteilt und die Prüfung begann. Kaum war ich im Kreuzen drin sank dann glücklicherweise auch die Aufregung und ich konnte mich auf die 160 Fragen zu Physik, Physio, Chemie und Biochemie voll konzentrieren. Nachdem ich mich einmal komplett durch das Fragenheft durchgearbeitet hatte, machte ich mich danach an die Fragen, bei denen ich mich nicht gleich beim ersten Durchgang für eine Antwort entscheiden konnte.

Erfahrungsgemäß braucht man am ersten Tag für die 160 Fragen deutlich länger, als am zweiten, da relativ viele Rechenaufgaben dabei sind. Dementsprechend war ich nach etwas mehr als 3,5 Stunden fertig.

Tag 2:

Der zweite Tag – hatte man uns schon davor gesagt – ist der deutlich angenehmere der beiden Prüfungstage. Die Naturwissenschaften sind abgehakt, die Anatomiefragen sind berechenbarer als Physio und Biochemie und Psycho ist sowieso ein Punktelieferant. Und so war es dann auch. Nachdem wir wieder die morgendliche Belehrung (dieses Mal in der Kurzvariante) gehört hatten, ging das muntere Kreuzen wieder los. Dieses Mal allerdings viel flüssiger als am Tag davor. In Psycho waren zwar wie immer die Fragen ziemlich verklausuliert formuliert, „Psycho-Geschwurbel“ eben, letzten Endes zielen die Psycho-Fragen aber immer auf ähnliche Inhalte. Auch Bio, Histo und Anatomie liefen erfreulicherweise echt gut. Nach etwas mehr als 2 Stunden konnte ich deshalb Bleistift und Fragenheft weglegen, meine Prüfungsunterlagen abgeben und – ehrlich gesagt – in der festen Überzeugung bestanden zu haben – den Prüfungssaal verlassen.

Und dann war es geschafft. Thea kam dann noch zur Halle, wo wir zusammen warteten, bis die Prüfungszeit vorbei war und ich mein Fragenheft wieder abholen durfte.

Zuhause habe ich dann meine Antworten bei Medi-Learn eingegeben. Per SMS kamen so gegen halb 9 abends die Ergebnisse. Laut Medi-Learn hat es zu einer guten 2 gereicht, sodass ich jetzt relativ entspannt auf den offiziellen Bescheid des Landesprüfungsamtes warten kann, der in den nächsten drei Wochen kommen sollte – also noch vor meinem mündlichen Prüfungstermin.

Mein Fazit: Mit der entsprechenden Vorbereitung ist das schriftliche Physikum echt machbar. Manchmal stößt man auf so typische IMPP-Fragen, bei denen man sich denkt „Wtf, nie gehört“, ist aber zum Glück eher selten. Die Lernerei und die am Ende insgesamt 7.307 gekreuzten Altfragen haben sich definitiv gelohnt, auch wenn es anstrengend war.

Die nächsten Tage werde ich es mir einfach gönnen, nichts für die Uni zu tun. Allerdings winkt dann aber auch schon wieder die Vorbereitung auf das mündliche Physikum. Bis dahin sind es aber ja noch fast vier Wochen …

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Histo bestanden!

Was ist mir heute für ein Stein vom Herzen gefallen, als die Ergebnisse der letzten beiden Histo-Klausuren bekannt gegeben wurden. Mein Gefühl bei der praktischen Prüfung hatte mich nicht getäuscht: die war wirklich sehr gut verlaufen. Mein Bauch hatte mir bei der schriftlichen Abschlussprüfung gesagt, dass diese Klausur allerdings nicht ganz so toll war, aber auch da hat es über die magischen 60 % gereicht. Sodass ich dann heute in der Ergebnisliste lesen konnte, dass ich den Kursus der mikroskopischen Anatomie, den großen Histo-Brocken, BESTANDEN habe! Erleichterung pur. 🙂

Jetzt ist es noch eine Woche bis Semesterende, gut gefüllt mit Psychologie-Blockkurs und Pathobiochemie-Seminar, dann am nächsten Montag noch die letzte Klausur (Psycho/Sozio) und dann war’s das.

Die große Histo-Überraschung

Und wieder ein großer Schritt in Richtung Semesterende geschafft: Die praktisch-mikroskopische Histo-Prüfung. Und ich muss ehrlich zugeben: sie lief überraschend gut. Aufgabe dieser Prüfung ist es, zwei histologische Präparate am Mikroskop richtig zu diagnostizieren und gegen andere, ähnliche Präparate differentialdiagnostisch abzugrenzen (also nach dem Motto: Weil man die Merkmale XY sieht, ist es dieses Präparat. Das andere Präparat kann es nicht sein, weil man dann die Merkmale ABC sehen müsste …). Die eine Präparatdiagnose muss schriftlich begründet, die andere durch Zeichnungen gestellt werden. Ich bin mir eigentlich sicher, dass ich beide Präparate inkl. der histologischen Färbung richtig erkannt habe: einmal die Tonsilla pharyngea (Rachenmandel) und der Hoden. Ich bin zugegebenermaßen ziemlich happy, dass es so gut gelaufen ist. Dann kann das Wochenende ja kommen.

Die Zelle der Woche – Teil 8: Eizelle

Gestern um 11:00 Uhr war es so weit: der letzten Kurstag des Kursus‘ der mikroskopischen Anatomie war geschafft. Thema: Weibliche Geschlechtsorgane, oder wie es Kolibrikind HIER treffend ausdrückt: Mumu (allerdings ging es bei ihr im Anatomie-Testat wohl eher um die makroskopische Anatomie). 😉

Deswegen soll es heute im achten und definitiv letzten Teil der „Zelle der Woche“ auch um eine Zelle gehen, die wir gestern besprochen haben: die Eizelle.

Zu Beginn erst einmal die Frage: Was wären wir denn alle, wenn es diesen Zelltyp nicht gäbe? Einfache Antwort: Spermien, die auf ewig dazu verdammt wären, wie wild nach einer anderen Zelle mit nur 23 Chromosomen zu suchen. Ohne Eizelle, kein Leben. Bis dahin, Stoff aus Sexualkunde, Gymnasium, Mittelstufe. Sollte eigentlich jedem bekannt sein.

Im menschlichen Embryo finden sich zunächst undifferenzierte Urkeimzellen, die im Dottersack entstehen, in die s.g. Genitalleiste einwandern und sich dort mitotisch – also durch einfache Zellteilung – vermehren. Aus der Genitalleiste entwickelt sich dann die undifferenzierte Gonadenanlage, bei Männlein und Weiblein bis hierhin alles identisch. Erst jetzt entscheidet sich (aufgrund des Vorhandenseins oder eben Nicht-Vorhandenseins eines Y-Chromosoms) ob sich aus der Gonadenanlage die Hoden oder die Ovarien entwickeln. Ist kein Y-Chromosom vorhanden, fehlt auch das s.g. SRY-Gen, das die Produktion eines Proteins namens TDF (testis determining factor) bewirken würde, was wieder dazu führen würde dass sich Leydig-Zellen differenzieren und Testosteron produzieren würden, was dann bewirkt, dass aus der Gonadenanlage der Hoden wird.

Die Frau hat aber nun mal kein Y-Chromosom, weswegen dieser gesamte Signalweg wegfällt und sich aus der Gonadenanlage die Ovarien entwickeln. In den Ovarien kommt es nun zu einer DNA-Verdopplung in den Oogonien (Vorstufe der reifen Eizellen) und zum Beginn der 1. Reifeteilung der Meiose. Die so entstandene primäre Oozyte wird in der Ovarien-Rinde von Follikelepithel umgeben. Der Verbund von Oozyte und Follikelepithel wird dann als Primordialfollikel bezeichnet. Während der embryonalen Entwicklung werden mehrere Millionen solcher Primordialfollikel gebildet. Während der Fetalentwicklung gehen jedoch laufend Follikel unter, sodass sich die Anzahl bis zur Geburt auf ca. 400.000 bis 500.000 reduziert. Bis zur Pubertät bleiben die Primordialfollikel in diesem Ruhezustand (Diktyodän) und entwickeln sich nicht weiter, nur der fortschreitende Untergang von Follikeln ruht nicht, sodass bis zur Pubertät noch rund 50.000 Eizellen als Primordialfollikel vorhanden sind. Ab Beginn der Pubertät produziert die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) das s.g. Follikel-stimulierende Hormon (FSH), was dazu führt dass sich die Follikel nun weiter differenzieren.

Aus einem Vorrat von Primordialfollikeln entwickeln sich Primärfollikel, dann Sekundärfollikel und schließlich – wie könnte es auch anders sein – Tertiärfollikel. In diesen Tertiärfollikeln ist die Eizelle von der s.g. Zona pellucida und einem Hügel von Granulosazellen (dem früheren Follikelepithel) – dem Cumulus oophoricus umgeben. Die Granulosazellen bilden außerdem eine liquorgefüllte Hülle (Antrum) um die Eizelle, um die herum sich aus dem umgebenden Bindegewebe des Ovars die Theka-Zellen ansiedeln. Insgesamt erreicht ein solches Tertiärfollikel eine stolze Größe von immerhin 2 – 5 mm.

Lichtmikroskopische Aufnahme eines Tertiärfollikels (Eizelle im Cumulus oophoricus, umgeben vom Antrum folliculare) - Bildquelle:  anatomie.net

Lichtmikroskopische Aufnahme eines Tertiärfollikels (Eizelle im Cumulus oophoricus, umgeben vom Antrum folliculare) – Bildquelle: anatomie.net

Unter FSH-Einfluss wächst das Tertiärfollikel weiter zum sprungreifen Graaf’schen Follikel, aus dem nach einem sprunghaften Anstieg des LH-Spiegels (dem LH-Peak) die Eizelle beim Eisprung mit der umgebenden Zona pellucida und einem Teil des Cumulus oophoricus – der Corona radiata – in den Bauchraum freigesetzt wird; die 2. Reifeteilung der Meiose beginnt. Vom Bauchraum aus wird die Eizelle vom Fibrientrichter der Tuba uterina (Eileiter) aufgenommen, im Optimalfall von einem Spermium befruchtet (hier kommt dann endlich der Mann ins Spiel) und was dann kommt dauert ziemlich genau neun Monate und würde den Rahmen dieses Blog-Artikels sprengen. 😉

Wer das ganze aber gern (kindgerecht) in 25 Minuten zusammengefasst sehen möchte, dem empfehle ich Teil 2 aus der inzwischen 28 Jahre alten, deutsch-französischen Serie „Es war einmal das Leben“ (=> Link zur Folge auf Youtube). So einfach und vor allem unterhaltsam kann Embryologie sein. 😉

Land in Sicht

Heute morgen zwischen 7:00 Uhr und 7:45 Uhr 30 Kreuzchen gemacht – und schon war Physio geschafft. Eigentlich bin ich ganz zufrieden damit, wie es gelaufen ist. Einige Fragen waren wirklich einfach und eindeutig, ein paar waren aber auch echt kniffelig gestellt. Vermutlich in zwei Tagen weiß ich, ob ich genug Kreuzchen an der richtigen Stelle gemacht habe. Um 19:00 Uhr ist heute noch einmal Anamnese-Wahlfach und dann sind die nächsten 2 1/2 Tage frei, sodass ich mich gezielt auf Histo konzentrieren kann. Da steht am Freitag die praktische Prüfung an, kommenden Montag die schriftliche … und genau dazwischen liegt mein Geburtstag (Samstag) und das WM-Finale (bekanntlich am Sonntag) – welch ein Timing. Danach noch zwei Wochen Psychologie-Blockpraktikum mit Abschlussklausur und Pathobiochemie-Seminar und dann war’s das für dieses Semester.

Für heute Nachmittag habe ich mir aber erst einmal Entspannung verschrieben. Histo kommt morgen wieder intensiv genug.

Histo – der Tragödie erster Teil

Vergangenen Dienstag stand die erste Histo-Klausur an – morgens um 7:00. Inhalt dieser Zwischenprüfung ist traditionell der erste Teil der Histo-Vorlesung und des dazugehörigen Kurses der mikroskopischen Anatomie: die allgemeine Histologie, also die Zell- und Gewebelehre der vier Grundgewebe: Epithel-, Binde- und Stützgewebe, Muskelgewebe und Nervengewebe. Trotz wirklich ausreichender Prüfungsvorbereitung zuhause am Schreibtisch stellte ich während der Beantwortung der 20 Multiple-Choice-Fragen fest, dass ich wahrscheinlich gar nicht so viel hätte lernen müssen. Der Prof. hat nämlich eine Vorliebe dafür, seine Fragen absichtlich so zu stellen, dass – selbst wenn man wirklich gut auf das Thema vorbereitet ist – die Fragen und die Antworten so verklausuliert formuliert sind, dass im Endeffekt das Glück darüber entscheidet ob man den Gedankengang des Profs. erkennt und ob man Klausur besteht … Diese Klausur hat kein Wissen abgefragt, es sollte sich nicht herausstellen, ob man die Materie verstanden hatte oder nicht, sondern ob man jedes noch so kleine Molekül, das irgendwo auf einer einzelnen Vorlesungsfolie versteckt aufgetaucht war, auch wirklich auswendig gelernt hatte. Ich hatte mir während meiner Klausurvorbereitung eine Liste zusammengeschrieben, nur mit den wichtigsten Proteinen, die während des ersten Monats Histo-Vorlesung vorgekommen waren: drei DIN A4 Seiten, Arial, Größe 11, von alpha-Actinin bis ZO-Proteine. Nun ist der Prof. dafür bekannt, dass seine Klausuren nicht gut ausfallen – es gab da anscheinend die letzten Jahre auch schon heftige Auseinandersetzungen zwischen dem Prof. und dem Studiendekan (heißt es im Flurfunk) – aber das Ergebnis der Klausur, das gestern ausgehängt wurde war wirklich desolat: bei maximal 20 Punkten reihenweise 8 Punkte, 6 Punkte, wieder 8 Punkte, 5 Punkte, 3 Punkte. Als ich meine Ergebnis in der langen Liste gefunden hatte fiel mir ehrlich gesagt ein Stein vom Herzen: 13 Punkte, 65 %. Zwar nicht gerade mit Ruhm bekleckert, aber alles aber 60 % liegt überhalb der Bestehensgrenze. Zwar werden die Punkte aus den noch folgenden zwei Klausuren zu der jetzigen dazuaddiert, wobei zum Bestehen dann 60 % der dann insgesamt 60 Punkte, also 36 Punkte, nötig sind. Aber dennoch, wer jetzt schon mit teilweise 3 Punkten eingestiegen ist, tut sich halt wirklich schwer in den noch übrigen zwei Klausuren nochmals zusammen 33 Punkte zu bekommen, zumal die Klausuren nun wirklich nicht leichter werden. Schon deprimierend wenn man bedenkt, dass an manchen Unis Histo mehr oder weniger Nebenfach ist und teilweise durch bloße Anwesenheit bestanden werden kann. Ich werde die Ideologie hinter solchen Klausuren nicht verstehen, zumal doch eigentlich als Anforderungsniveau die Vorgaben des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen – also der Einrichtung die den Gegenstandskatalog (vergleichbar mit einem Lehrplan) für das Medizinstudium und die Fragen in den Staatsexamen erstellt – angesetzt werden soll … und wenn die Physikums-Altfragen im Vergleich zu den Klausuren „zu einfach“ sind … naja …

Neuigkeiten: Die Zelle der Woche

An meiner Universität sind die anatomischen Lehrveranstaltungen der Vorklinik – sprich der ersten vier Semester – auf drei Semester aufgeteilt und werden von zwei unterschiedlichen – und auch bei den Studenten sehr unterschiedlich beliebten – Instituten organisiert. Im ersten Semester betreut das Institut für Anatomie und Zellbiologie die Vorlesung Anatomie A und das Seminar Anatomie mit klinischen Bezügen. Hier soll den Medizin-Neulingen zunächst ein – doch relativ detaillierter – Überblick über den Körper gegeben werden: beginnend bei der Embryologie, also der Entwicklungbiologie der befruchteten Eizelle, über den Stütz- und Bewegungsapparat mit der dazugehörigen Muskulatur, das Herz-Kreislauf-System, das Verdauungssystem, die Urogenitalorgane, das hormonelle und schließlich das Nervensystem.

Im zweiten Semester wechselt das anatomische Institut: von nun an beansprucht das Institut für mikroskopische und zelluläre Anatomie insgesamt vier Vorlesungsstunden Anatomie B und weitere vier Stunden Histologiekurs im Mikroskopiersaal pro Woche. Die Histologie – also die Zell- und Gewebelehre – beschäftigt sich auf den im ersten Semester gelegten Grundlagen aufbauend mit dem mikroskopischen Aufbau von Geweben und den Zellen aus denen diese bestehen. Um auch euch an diesem allseits „beliebten“ Fach zumindest ein wenig teilhaben zu lassen, möchte ich euch von nun an bis zum Ende des Semesters im Juli jede Woche einen bestimmten Zelltyp vorstellen, entweder einen besonders spannenden, interessanten, seltenen oder nervtötenden (im übertragenen Sinn natürlich – man muss ja aufpassen, mit welchen bildhaften Ausdrücken man in der Anatomie so um sich schmeißt). Los gehen tut’s am kommenden Wochenenden und von da ab wird dann jedes Wochenende eine neue „Zelle der Woche“ folgen.

Ich hoffe mal, die Histologie wird euch genau so packen, wie sie es mit uns allwöchentlich im Mikroskopier- und im Hörsaal tut,

euer Kittelträger

 

P.S.: Übrigens: wem bis jetzt beim Lesen aufgefallen ist, dass ich die dritte anatomische Lehrveranstaltung bisher noch nicht angesprochen habe: das wird dann im dritten Semester der sagenumwogene Kursus der makroskopischen Anatomie – oder kurz: Präp-Kurs – mit der begleitenden Vorlesung Anatomie C sein, wiederum vom Institut für Anatomie und Zellbiologie organisiert. Aber dazu wird im kommenden Semester dann noch Einiges folgen. Für’s Erste deshalb: Histologie. 😉

Die Vorlesung mit der Maus

Wie der ein oder andere sicher mitbekommen haben wird, hat an den Universitäten die Vorlesungszeit wieder begonnen. Damit bin auch ich in ein neues Semester – das 2. – gestartet und drücke nun seit einer Woche wieder fleißig die Hörsaalbank. Ich bin auch schon wieder voll im Semesteralltag angekommen; in den neuen Fächern Histologie und Physiologie wird der Stoff mächtig durchgepeitscht und in einer Woche steht gleich die erste Klausur des Semesters an: Biochemie I (Stoff aus dem letzten Semester). Höchste Zeit für mich also, mich an dieser Stelle wieder einmal zu Wort zu melden.

Ein kleines Erlebnis aus der heutigen Histo-Vorlesung gibt dazu Anlass genug: Während der Prof. munter über Oberflächenepithelien dozierte, standen plötzlich – scheinbar ohne Grund – einige Kommilitoninnen aus den vordersten Reihen des Hörsaals auf, nahmen ihre Taschen und verdrückten sich in den hinteren Teil des Hörsaals. Langsam wurde es unruhig in den Reihen und nur kurz darauf präsentierte sich der gerade noch unbemerkte Unruhestifter in seiner vollen Größe … oder eher Kleinheit. Eine kleine, braune Maus querte gut sichtbar vor der Tafel den Hörsaal, neugierig verfolgt von unserem Histo-Prof. Sie drehte eine kleine Runde, besuchte noch einmal die Kommilitonen in der ersten Reihe und verschwand nach ihrem Auftritt sogleich wieder durch einen Türschlitz. Woher die Maus gekommen war, weiß keiner – auch wenn es den Hörsaalpfleger mit Sicherheit interessieren würde.

Und so wurde der ganze Hörsaal heute nicht nur Zeuge von sechs Stunden Sachgeschichten (ohne Pause) sondern auch noch von einer kurzen, aber unterhaltsamen Lachgeschichte. Fehlte eigentlich nur noch der Elefant. Der hätte sich aber wahrscheinlich seinen Weg in und wieder aus dem Hörsaal nicht so unauffällig und geräuschlos bahnen können.