Die Zelle der Woche – Teil 5: Odontoblast

Nachdem mit einer der ereignislosesten Schichten in inzwischen fast drei Jahren Rettungsdienst (zwischen 7:00 Uhr und 19:00 Uhr einmal um 12:00 Uhr ausgerückt und den Rest des Tages mehr oder weniger sinnlos rumgesessen) das Wochenende leider auch schon wieder zu Ende gegangen ist, und ich jetzt gerade in der Cafeteria meiner Uni sitze, ist es wieder einmal höchste Zeit für eine Zelle der Woche. Heute: der Odontoblast.

Histologische Zeichnung einer embryonalen Zahnanlage (8: Zahnpapille = spätere Pulpahöhle, 7: Odontoblastenschicht, 6: Prädentin, 5: Dentin) - Bildquelle: www.histonet200.de

Histologische Zeichnung einer embryonalen Zahnanlage (8: Zahnpapille = spätere Pulpahöhle, 7: Odontoblastenschicht, 6: Prädentin, 5: Dentin) – Bildquelle: http://www.histonet200.de

 

Odontoblasten finden sich – wie der Name vielleicht schon vermuten lässt – im Zahn. Sie entstehen im Laufe der embryonalen Entwicklung aus dem Mesenchym des Kopfbereichs, das sich wiederum aus der ektodermalen Neuralleiste differenziert, und bildet das Dentin (Zahnbein).

Eine Schicht von Odontoblasten kleidet die Pulpahöhle, in der die den Zahn versorgenden Nervenfasern und Blutgefäße verlaufen, aus. Von den Zellkörpern der Odontoblasten in die Peripherie des Zahns verlaufen s.g. Tomes-Fasern, bis zu 5 mm lange Ausläufer der Odontoblasten. Diese Tomes-Fasern verlaufen in kleinen Kanälen, den so genannten Tubuli, und bilden eine Leitstruktur für den Verlauf von Nervenfasern und kleinsten Blutgefäßen in das Dentin hinein (deshalb tut es weh, wenn der Zahnarzt in das Dentin bohrt, während der auf dem Dentin liegende Zahnschmelz – das Enamelum – nicht innerviert und deshalb nicht schmerzempfindlich ist).

Die Odontoblasten produzieren lebenslang das so genannte Prädentin, eine gallertartige, nicht mineralisierte Substanz, die der Odontoblastenschicht direkt aufliegt. Durch Mineralisierung des Prädentins entsteht eine knochenähnliche, gelbliche Hartsubstanz – das eigentliche Dentin.